Jahres ProgrammLESUNGEN

Termin: 

Dienstag, 10. Oktober 2023, 20 Uhr

Ort:

Stadtbibliothek Bielefeld

 

+++ Im Rahmen der 28. Literaturtage +++

 

Der 14-jährige Daniel wird ins Internat im Westberliner Grunewald geschickt. Der Pastorensohn hat in der jungen DDR schon wegen der politisch unerwünschten Profession des Vaters keine Chance, einen Hochschulzugang zu erreichen. Mit Rilke-Gedichten, Bill Haleys Rock’n’Roll, Kino, Poolbillardspielen, eigentümlichen Lehrern und engagierten Hausangestellten wird er in den folgenden beschriebenen drei Jahren erwachsen. Er gewinnt Einsichten, lernt Rollen zu spielen, will Geld verdienen, wird in feste Rituale eingebunden – und übertritt Regeln. Gebannt beobachtet er die Theaterarbeit der kleinen Vagantenbühne am Bahnhof Zoo und bewundert die talentierte Jungschauspielerin Friederike. Als es eines Abends zu spät zur Rückfahrt ins Internat ist, nimmt sie ihn kurzerhand mit in ihre Wohnung.

Der autobiografische Roman erzählt in dem für Christoph Hein typischen Stil, in klarer Prosa und aus leicht distanzierter Perspektive, mit vielen lesenswerten Anekdoten, vom Aufwachsen in einer spezifischen historischen Situation. Bis zum Mauerbau, dessen harte, Lebenslauf ändernde Konsequenzen hier beispielhaft sichtbar werden. Und doch ist das Alltagsleben eingebettet in viel größere mentalitätsgeschichtliche? Zusammenhänge.

Christoph Hein, geboren 1944, ist durch seine Dramen und seine vielfältigen Prosawerke international bekannt geworden: „Drachenblut“ (1983), „Der Tangospieler“ (1989), „Frau Paula Trousseau“ (2007), „Guldenberg“ (2020). Er zählt zu den wichtigsten Autoren Deutschlands und gilt als der Chronist der deutschen Teilungsgeschichte, auch in seinem neuesten beeindruckenden Roman.

Zitat: Anständig – das war eins der wichtigsten Worte meiner Kindheit. – Christoph Hein 

Moderation: Klaus-Georg Loest

Eintritt: EUR 12 / EUR 6 für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft

Foto: © Heike Steinweg

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